Zeitungsartikel

Pfadfinder holen das Friedenslicht seit 25 Jahren nach Schopfheim

Vor einem Vierteljahrhundert kam die Österreichische Idee vom „Friedenslicht aus Bethlehem“ Zum ersten Mal hier an / Mehr als 50 Besucher tragen es weiter.

Das Friedenslicht aus Bethlehem ist in Schopfheim angekommen — und das zum mittlerweile 25. Mal. Dafür sorgte der aus 45 Kindern und Jugendlichen bestehende Pfadfinder Stamm „Konrad von Rötteln“. Unter dem Motto „Frieden braucht Vielfalt — zusammen für eine tolerante Gesellschaft“ haben die Schopfheimer Pfadis das 25-jährige Bestehen der traditionellen Überbringung des Friedenslichtes in die Markgrafenstadt am Montag gefeiert. Seit mehr als 30 Jahren wird nunmehr das Friedenslicht in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet. Ein Licht aus Bethlehem soll als Botschafter des Friedens durch die Länder reisen und die Geburt Jesu verkünden. Die Idee dazu entstand 1986 im oberösterreichischen Landesstudio des Österreichischen Rundfunks (ORF) — deshalb entzündet auch immer ein Kind aus Oberösterreich das Licht in Bethlehem. Die Hamme wird von dort aus zunächst in einer explosionssicheren Lampe nach Wien geflogen. Dort wird es am dritten Adventswochenende in alle Orte Österreichs und in die meisten europäischen Länder gesandt. Züge mit dem Licht fahren über den ganzen Kontinent, um verschiedene Verteilerstationen international zu erreichen. Insbesondere Pfadfinder-Organisationen haben sich des Friedenslichtes angenommen und sorgen dafür, dass es in den meisten europäischen Ländern verbreitet wird und sogar seinen Weg in die USA gefunden hat. Seit 1993, als Pfadfinder aus Deutschland die Friedenslicht-ldee in Österreich kennenlernten, gibt es das Friedenslicht auch in der Bundesrepublik. 1994 brannte es zum ersten Mal in Schopfheim, seither holt es der Pfadfinder-Stamm Konrad von Rötteln in die evangelische Kirchengemeinde. Unter Leitung der Pfadfinder gelangte die Hamme am Sonntag zum diesjährigen Aussendungsgottesdienst in die Ottilienkirche in Lörrach-Tüllingen und dann auf ihrer Reise weiter nach Schopfheim. Urs Kirchhofer vom Landesvorstand der Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder hatte zur Verbreitung der Flamme und als Zeichen des Friedens am Montag ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Überraschend viele Besucher erschienen mit Kerzen in ihren Laternen zur Entgegennahme der Flamme, darunter Kinder mit ihren selbstgebastelten Leuchten. „Der Besucherstrom ist überraschend: Letztes Jahr wollten etwa 15 Besucher die Flamme aus Bethlehem übernehmen, heute wurde das Licht an mehr als 50 Personen ausgeteilt“, meinte Urs Kirchhofer. Über den Grund der Besucherzunahme konnte Pfadfindervorstand Kichhofer nur Vermutungen anstellen: Vielleicht lockten auch die von den Pfadis angebotenen selbstgebackenen leckeren Plätzchen, oder es war das Bedürfnis nach mehr Frieden, das die Schopfheimer ins Gemeindehaus zum Abholen des Friedenslichts führte. Oder es war tatsächlich der runde Geburtstag des Friedenslichts bei den Schopfheimer Pfadfindern.